Interview mit Pierre Wenger, Leiter Division Interdiscount

Herr Wenger, wieso baut Interdiscount ein Logistikcenter?
Pierre Wenger: Das Aufkommen des Online- und Cross-Channel-Handels bringt ganz neue Anforderungen an die Logistik eines Händlers mit sich. Während früher beim reinen stationären Handel die Filiallager ca. zwei Mal die Woche aufgefüllt wurden ist beim Onlinekauf jede Bestellung auch eine einzelne Lieferung an den Kunden. Das heisst, dass wir viel mehr und zunehmend Einzelaufträge abwickeln, die dann je nach Wunsch des Kunden nach Hause geliefert oder in einer Filiale abgeholt werden. Das bringt natürlich mit sich, dass wir viel mehr Platz benötigen um diese Einzelbestellungen zu rüsten und zu verpacken. Zudem möchten wir für unsere Kundinnen und Kunden die Anzahl der zugänglichen Artikel nochmals erhöhen. Auch das bringt natürlich einen weiteren Platzbedarf mit sich.

Welches End-Ziel verfolgt Interdiscount damit?
Pierre Wenger: Schliesslich geht es bei uns immer darum den heutigen und zukünftigen Anforderungen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden. Diese wandeln sich in einer zunehmend digitalisierten Welt stark. Wir Konsumenten entscheiden heute von Fall zu Fall ob wir für den Kauf eines Produktes in den Laden gehen oder es online kaufen und ob wir das gekaufte Produkt lieber nach Hause geliefert haben wollen oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause in einer Filiale abholen. Diese nahtlose Verknüpfung von Möglichkeiten nennt man neudeutsch Cross-Channel-Handel.

Der Bau des neue Logistikcenters in Jegenstorf ist ein wichtiger Bestandteil, damit Interdiscount der führende Cross-Channel Anbieter in der Heimelektronik bleibt und die Marktführerschaft auch in Zukunft gegen in- und ausländische Mitbewerber behaupten kann.

Was bedeutet Cross-Channel?
Pierre Wenger: Wie gesagt geht es bei Cross-Channel um die Kundenorientierung. Die Kundinnen und Kunden sollen entscheiden wie sie sich über ein Produkt informieren wollen (Webseite oder Beratung im Laden), wie sie das Produkt schliesslich kaufen wollen (auf www.interdiscount.ch oder in einer Filiale oder per Telefon bestellen) und wie es ihnen schliesslich übergeben werden soll (Versand nach Hause oder Abholung/ direkter Kauf in Filiale). Ebenso stehen den Konsumenten im Fall einer Reparatur oder eines technischen Problems wiederum alle Möglichkeiten offen.

Wie hoch ist die finanzielle Investition für das Projekt?
Pierre Wenger: Das Investitionsvolumen beträgt rund 70 Millionen Franken.

Welche Dimensionen wird das neue Gebäude haben und welchen Zweck erfüllt es?
Pierre Wenger: Der Neubau wird eine Brutto-Geschossfläche von 22.000 m2 umfassen. Dabei wird das bestehende Gebäude  mit dem Neubau durch eine Passerelle verbunden. Durch diese wird der Waren- und Personentransfer zwischen den Gebäuden hin und her geführt. Kernstück des Neubaus ist ein automatisiertes Kleinteilelager mit ca. 60.000 Lagerplätzen. Hier werden Produkte automatisch ein- und auslagert.

Die Büro-Arbeitsplätze verbleiben zu grössten Teilen im bestehenden Gebäude.

Wann wird das neue Logistikcenter in Betrieb gehen?
Pierre Wenger: Wenn alles rund läuft wird die Bauphase auf Mitte 2017 abgeschlossen und die Inbetriebnahme der automatisierten Anlage erfolgt auf Ende 2017 oder Anfangs 2018.

Werden neben der Logistik auch weitere Bereiche ausgebaut?
Pierre Wenger: Es werden zusätzliche Arbeitsplätze im Rahmen des gesamten Projektes geschaffen. Diese umfassen vor allem Funktionen im Bereich der Informatik, des Marketings, des Einkaufs und des Service (Kunden-Call Center, telefonische Produkteberatung, etc.).

Welche Gründe haben den Ausschlag für Jegenstorf gegeben?
Pierre Wenger: Wir haben eine umfassende Analyse gemacht und uns schliesslich entschieden, dass wir das Projekt in Jegenstorf realisieren wollen. Wir haben eine gute Beziehung zur Gemeinde und sind seit über 40 Jahren hier verwurzelt. Zudem haben wir eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden, die am Standort Jegenstorf bereits seit vielen Jahren beschäftigt sind.

Welche Vorteile haben Interdiscount Kundinnen und Kunden vom neuen Logistikcenter?
Pierre Wenger: Die neue Logistikzentrale ist ja Mittel zum Zweck und im Vordergrund stehen immer die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Der Wandel vom reinen stationären Händler mit Filialen zu einem Cross-Channel-Anbieter, bei dem der Kunden wählen kann, ob er im Onlineshop oder in der Filiale kaufen will, bringt einen höheren Platzbedarf in der Logistik mit sich. Natürlich wollen wir auch die Möglichkeit nutzen unseren Kundinnen und Kunden noch umfassendere Sortimente anzubieten. Zudem bauen wir zur Zeit eine Abteilung für Geschäftskunden auf. Auch diesen Kunden können wir in Zukunft besser gerecht werden, dank der neuen Logistiklösung.

Haben Sie Sorgen oder Anregungen was die Baustelle betrifft?

Die Bauleitung der Architekten Schwaar & Partner AG  in Bern nimmt Ihr Anliegen gerne entgegen.
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